Die Geschichte von Trünzig

Trünzig wurde erstmals 1313 unter dem Namen "Drunz" erwähnt. Im Jahre 1533 erfolgte die Umbenennung zu "Druntzig". Um 1550 befand sich der Ort im Besitz der Brüder Friedrich und Georg Elden von Planitz.

Im Jahr 1801 umfaßte Trünzig bereits 90 Häuser, in denen 550 Einwohner lebten. Eine Wasser und eine Windmühle (abgerissen um die Jahrhundertwende) sowie ein Gasthof vervollständigten das Ortsbild.

Trünzig besteht aus drei Ortsteilen: Walddorf (früher Mansbachsche Häuser), Wolframsdorf (ehemals Seeligstätter Waldhäuser) und Trünziger Waldhäuser (Ortsmitte). Daraus leitet sich auch der Name "Trünzig" ab; er wurde aus dem Wortstamm "Trunka" Dreierdorf gebildet. Im Jahre 1845 erfolgte die Eingemeindung von Wolframsdorf und Walddorf. Seitdem sind in Trünzig fast alle Ortsformen vorhanden, die es in dieser Region gibt. Der Ortskern, der ein Haufendorf bildet, Wolframsdorf ein Straßendorf und Walddorf, als eine weiträumige Streusiedlung.

Die Geschichte der Kirche ist auch die Geschichte des Dorfes. Als im Jahre 1849 die Kirche abbrannte, wurden auch das gesamte Pfarrarchiv und alle Unterlagen über Geschichte und Entstehung des Ortes vernichtet.

Die erste Kirche von Trünzig war eine der ältesten der Umgegend. Sie brannte am 2.Juli 1849 nebst Pfarre, Schule und einem Großteil des jetzigen Dorfkerns nieder. Nach einer mündlichen Überlieferung soll der damalige Kantor Horn die Sturmglocke so lang geläutet haben, bis die Glockenseile vom Feuer verzehrt waren. Der Brand vernichtete alle älteren Nachrichten des Kirchenarchivs über den Ort und die Kirche, so dass Nachforschungen auf Nachrichten aus späterer Zeit und auf Vermutungen angewiesen ist. Pfarre und Schule wurden 1850 neu erbaut.

 

Die Kirche zu Trünzig im Jahre des Brandes 1849

Kirche, Schule und Pfarrhaus vor dem Brande (2.Juli 1849)
Nach einer von Nordost aus gemachten Originalzeichnung hergestellt.
Im Hintergrund die Kirche zu Sorge


Der Neubau der Kirche verzögerte sich, da es an Geld fehlte. Die Taufen, Trauungen etc. wurden in der neugebauten Schule vollzogen. Zu den Gottesdiensten wurde der Gemeinde die Kirche von Reußisch Sorge überlassen.

Unablässig warb und sammelte der damalige Pfarrer Johann Gottlob Ernst für den Neubau der Kirche.
Vorhanden waren 1.768 Taler aus der Brandkasse, ferner eine Spende von 1.000 Talern vom damaligen Sächsischen Kulturministerium, weiterhin 800 Taler aus dem Uffelschen Vermächtnis, 1.827 Taler als Ertrag der am Himmelfahrtstag 1853 für den Kirchenbau von Trünzig gesammelten Landeskollekte, zusammen 5.395 Taler, während sich die Kosten des gesamten Kirchbaues auf über 14.000 Taler beliefen.
Es verblieben also noch über 8.000 Taler Schulden.

Trünzig um 1870

Trünzig um das Jahr 1870
1.Rittergut 2.Vorwerk 3.Schule 4.Kirche 5.Pfarrwohnung

Endlich am 13.November 1853 konnte die neuerbaute Kirche eingeweiht werden. Eine glückliche Gemeinde dankte an diesem Tage dem Allmächtigen. Die erste Orgel wurde im Jahre 1861 vom Orgelbauer Schilling in Schleiz aufgestellt, eine Turmuhr im Jahre 1868 der Kirchgemeinde von Pfarrer Johann Paulus Kießhauer geschenkt.
Von der Familie von Mannsbach wurden im Jahre 1888 die drei großen Fenster des Altarraumes mit den lebensgroßen Glasmalereien gestiftet. Viele größere und kleinere Spenden und Opfer waren von Gemeindegliedern für ihre Kirche erbracht worden.
Die heutige Orgel wurde im Jahre 1938 von der Firma A.Schuster & Söhne in Zittau erbaut. Sowohl im ersten als auch im zweiten Weltkrieg wurden die Glocken beschlagnahmt und mußten abgeliefert werden.
Die heutigen Glocken wurden am 28.Mai 1950 geweiht. Die Kirche ist nun bald 160 Jahre alt, möge auch weiterhin das Wort für sie gelten: "Siehe da, eine Hütte Gottes bei den Menschen!" Offenbarung 21,3

Die Kirche zum 100jährigen Kirchweihfest 1953

Kirche und Pfarrhaus um 1950

(leicht abgeändert und ergänzt aus: "Festschrift zur Hundertjahrfeier der Kirche zu Trünzig - 1953")